Begraben im Weiher

Lukas kennt die Frauen und Zimmermädchen. Bei ihm arbeiten zwei tutto fare in Festanstellung. Trotzdem tauschen sie mitunter mit ihren Kolleginnen. Vor allem bei Urlaub oder Krankheits- bedingten Ausfällen. Mitunter müssen die Frauen auch nach Hause fahren.

Es gibt oft familiäre oder andere Sachen zu regeln.

Toni zeigt ihm die Bilder, die er morgen in allen anderen Hotels zeigen möchte. Ihn interessiert, mit wem von den Einheimischen, die Frauen, Kontakt haben oder hatten. Frieda kommt. Sie bedient ziemlich oft draußen. Lukas steht fast immer am Tresen. Er geht selten vor die Tür. Unter seiner Obhut stehen immerhin die Kasse und die Seele des Betriebes in Form von, teilweise, sehr teuren Produkten.

Lukas erkennt zwei oder drei Männer, die bei den Frauen saßen oder mit ihnen kamen. Toni schöpft Hoffnung. Frieda weiß etwas mehr. Wahrscheinlich auch vom Knecht der Familie. Der Knecht ist in Südtirol der Bauerngeselle. Gabriel heißt der Engel des Betriebes. Er ist oft Draußen bei den Tieren.

Frieda erkennt noch mehr Leute. Auch Jugendliche. Sie sagt sogar oft die Namen und Familien. Dem entsprechend lang, zieht sich das Gespräch mit Frieda hin. Es fallen auch die Hotelnamen. Ebenso die Namen von Jausenstationen, Hütten und Hotels. Frieda ist die Chronistin des Betriebes.

„Viele haben bei uns gelernt und gearbeitet“, sagt Frieda voller Stolz.

Mit ihren Schilderungen gibt sie Toni und Monika mehrere Spuren. Monika nimmt Alles auf, damit sie nichts vergisst. Frieda lacht darüber.

„Ich bin vierzig Jahre älter als du. Ich vergesse nie etwas Wichtiges.“

„Ich auch nicht“, antwortet Monika etwas beleidigt.

„Mir geht es darum, die richtigen Erkenntnisse, dann zu haben, wenn ich sie benötige.“

„Du machst das schon richtig.“

„Wir wollen die Kontakte der Frauen erkunden. Die sagst du uns teilweise auch unterbewusst.“

„Jetzt verstehe ich dich. Du möchtest vielleicht wissen, wer mit wem besonders liiert war?“

„Genau das.“

Frieda legt die Bilder passend zusammen. Fast paarweise. Es gibt kaum Ungebundene unter der Gruppe. Zu ihnen zählen zwei Söhne von Hotelfamilien und zwei von Restaurantfamilien. Es betrifft das Hotel Gutmut, Wanderhut und die Restaurants Schleuse und Laterne. Deren Söhne sind wahrscheinlich eine eigene Clique. Toni kann das nach vollziehen. Die Betriebe haben feste Ruhetage. Auch noch am gleichen Tag. Aber dieser Tag ist eben der Montag. Nicht der Dienstag.

Nach dem Familienbesuch, fahren Monika und Toni wieder nach Hause. Frieda hatte ihnen schon das Fleisch vorbereitet. Es wäre auch schon gar. Toni soll es trotzdem noch einmal grillen. Frieda macht das auch so. Das Fleisch wird so saftiger und schmackhafter. Frieda hat zwei Gläser Pilze mit dazu getan.

„Zum Glück müssen wir nicht wandern“, sagt Monika.

Kaum sind sie zu Hause, kommt Herbert. Er hat ein Sortiment Käse mit. Monika freut sich darüber. Das Frühstück ist für eine Woche gesichert.

Das sind schon Cover für BoD