Begraben im Weiher

Am Telefon fragt Toni nach Rainer.

„Magda wartet auch auf ihn“, ist die Antwort.

„Haltet bitte Magda fest, ich muss mit ihr reden.“

Toni verabschiedet sich von den Feen an der Bügelmaschine. Er kann sehr schlecht den Blick von ihnen lassen. Und das, trotz der Behandlung von Monika.

Magda führt ihn zur Jägerstube. Dort vermutet sie die benötigte Ruhe für das Gespräch. Magda ist ähnlich dünn angezogen wie die Frauen in der Wäscherei.

„Wer führt den Betrieb, wenn die Chefs außer Haus sind?“

„Die Rezeption.“

„Bist du mit den Frauen in der Laterne gewesen?“

„Ja.“

„Bis alle gegangen sind?“

„Nein. Wir sind etwas eher gegangen.“

„Alle?“

„Nein.“

„Mit wem bist du gegangen?“

„Mit Simon vom Gutmut.“

„Kennt ihr euch?“

„Schon. Simon wollte mal.“

„Alles klar.“

„Ihr geht also nicht als Gruppe nach Hause?“

„Das geht schlecht bei Frauen, die einen Mann suchen.“

Toni scheint dazu zu lernen.

„Waren deine Chefs auch dort?“

„Sie haben gestritten. Zuzia wird sehr oft noch angemacht.“

„Hast du die Kinder der anderen Hotelfamilien gesehen?“

„Alle.“

Die Zwei reden noch eine knappe Stunde. Ohne Kaffee. Das sieht Toni als Zeichen für ihre Heimlichkeit.

„War Klaus und Mario zufällig auch dort?“

„Klaus hatte zu tun. Mario war nur kurz da mit Evelina. Er hat die Rechnung der Frauen bezahlt.“

„Mich interessiert noch, ob Gita und Sabrina da waren.“

„Beide. Sie waren den ganzen Abend zusammen.“

„Waren die Wirte der Schleuse da?“

„Alle. Auch Markus. Markus ist mein Schwarm.“

„Danke Magda. Wenn ich noch Fragen habe, komme ich wieder.“

„Du kannst kommen, so oft du willst.“

Magda schlägt die Beine übereinander.

„Du menstruierst etwas.“

„Oh. Scheiße“, ruft sie.

Beim Aufstehen kontrolliert sie das Polster des Stuhles.

„Glück gehabt.“

An ihrem Kittel war noch nichts zu sehen. Toni bestätigt ihr das nach ihrer aufgeregten Frage.

An der Rezeption fragt Toni, was es heute zum Personalessen gibt. Die Frauen lachen.

„Buffet misto.“

Toni verzichtet auf eine Probe. Das hat er auch zu Hause bei Monika. Jetzt könnte er schnell noch zu Sabrina nach Plaus fahren.

Kaum ist er in Plaus, begegnet er gerade Sabrina. Im Auto. Gita ist dabei.

„Wir gehen Einkaufen. Reinigungsmittel für Gita.“

„Ist gut, wir sehen uns später. Ich wollte eigentlich nur wissen, ob ihr bei Doris wart.“

„Ja. Zusammen. Wir sind auch zusammen gegangen.“

Hier kann Toni nichts machen. Die geben sich gegenseitig ein Alibi. Die Zwei stehen auch nicht auf seiner Liste der Verdächtigen.

„Habt ihr Klaus und Mario dort getroffen?“

„Klaus hat uns Geld gebracht.“

„Tschüss. Schönen Einkauf.“ Sabrina zieht ziemlich flott aus Plaus. Im Ort sind Dreißig erlaubt. Sie hat wahrscheinlich freie Fahrt hier.

Eigentlich könnte Toni noch mal zu Sibyla nach Lana fahren. Er ruft an, ob sie da ist. Natürlich. Toni ruft Monika an, ob sie mit nach Lana fahren möchte. Monika freut sich, endlich wieder mal das Haus verlassen zu können. Sie kommt mit der Seilbahn.

„Jetzt kannst du mal sehen, wie mich Sibyla empfängt.“

„Wollen wir gleich zusammen gehen oder lässt du mich vorher absteigen?“

„Der Gedanke ist nicht schlecht.“

Monika möchte Sibyla beim Balzen erwischen. Die Beiden erhoffen sich, etwas Neues erfahren zu können.