Karinka

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Der Rundgang ist beendet. Alle gehen zur Mittagsruhe. Etela geht mit Karinka ins Stübele.

„Das Stübele ist eigentlich für besondere Gäste.“

„Aber das hier sieht aus wie eine Bar.“

„Das ist eine Bar. Im Stübele treffen sich die Leute vor und nach dem Essen.“

„Ich soll das hier bedienen?“

„Das ist ein guter Platz für Trinkgeld.“

„Dann ist es mir recht.“

„Das hat aber einen Nachteil. Hier geht es ziemlich lange.“

„Damit kann ich leben.“

„Wir gehen in die Wäschekammer. Dort wirst du jetzt eingekleidet.“

In der Wäschekammer wartet die Chefin. Sie hat bereits ein Dirndl bereit gelegt. Karinka soll sich ausziehen. Clara, die Chefin, rollt mit den Augen.

„Na du passt gut in das Dirndl.“

Karinka zieht das Dirndl an. Es passt schon recht gut. Clara zeigt ihr, wie man die Brüste präsentiert. Das geht mit den Schüren des Dirndls gut einzustellen. Sie streichelt Karinkas Brüste, drückt sie, hebt sie und kitzelt etwas die Brustwarzen.

„Wenn die etwas hart sind, bekommst du mehr Trinkgeld.“

„Das Dirndl kommt mir etwas warm vor“, antwortet Karinka.

„Dann ziehe einfach etwas weniger unten drunter.“

„Bekomme ich auch einen Wechsel?“

„Ich gebe dir zwei Wechsel. Du musst noch unterschreiben hier.“

„Kann ich das Eine gleich anlassen? Ich muss mich etwas dran gewöhnen.“

„Aber sicher. Wenn du keinen BH unten Drunter trägst, gibt es mehr Trinkgeld.“

„Aber auch mehr Griffe unter den Rock“, antwortet Etela.

„Du musst es ja wissen“, gibt Clara lachend zu.

Sie zwickt Etela dabei in den Hintern.

„Du bist erstaunlich ruhig heute.“

Die Frauen lachen zusammen über die Bemerkung.

„Etela zeigt dir heute, wie das Stübele funktioniert. Ihr arbeitet zusammen die kommenden Tage.“

„Wann beginnt der Dienst hier?“

„Normal macht ihr zusammen das Stübele morgens sauber. Natürlich auch nach dem Personalessen. Dann richtet Ihr Alles her. Und abends geht Euer Dienst eine halbe Stunde vor dem Menü los.“

„Viele wollen noch einenAperitif“, sagt Etela.

„Wann fangen wir früh an?“

„Wenn du allein bist, neun Uhr. Das ist selten. Wenn wir zusammen sind, zehn Uhr.“

„Wann schließt das Stübele?“

„Zwischen Mitternacht und zwei Uhr.“

Clara streift noch einmal über Karinkas Hintern.

„Das Dirndl passt sehr gut zu dir.“

„Wir gehen schnell noch das Stübele aufräumen“, sagt Etela zuKarinka.

„Ich freue mich zu sehr, endlich mit dir zusammen das Stübele machen zu dürfen.“

„Was ist mit Margarita?“

„Margarita ist einheimisch. Sie hat den Betrieb gewechselt. Sie war etwas herrisch. Wir durften nur abräumen und putzen. Sie gab uns kein Trinkgeld.“

Das Stübele haben die Zwei schnell aufgeräumt und fertig gemacht.

„Wer macht die Bar?“

„Clara. Wir werden mit ihr unsere Freunde haben.“

„Warum?“

„Weil sie uns am Tisch kassieren lässt. Das ist selten.“

„Wer ist sonst noch hier in der Bar?“

„Jarosch. Jarosch hilft der Chefin. Nicht nur in der Bar.“

Die Zwei lachen.

„Jarosch kann dir auch helfen.“

„Wie?“

„Er heißt eigentlich Jaroslaw. Jarosch ist sein Schimpfname. Er hat etwas Großes, wenn du es benötigst.“

Karinka

Die Saisonarbeiter bringen ihren Kollegen gern einen Gruß der Heimat mit. Kommen die Kollegen aus dem gleichen Land und der gleichen Gegend, ist das um so willkommener. Das Gleiche scheint Etela zu erwarten. Edita hat ihr das sicher gesagt. Oft geht es um Produkte, die zu Hause wesentlich günstiger sind als im Land ihres Arbeitsplatzes. Darunter fallen neben medizinischen Produkten auch Verhütungsmittel. Ist in den Taschen noch etwas Platz, werden gern auch heimische Lebensmittel eingepackt. Vor allem, Kolbasz in allen Varianten. Immerhin verdient eine Saisonkraft in etwa den Lohn, den Einheimische als Rente bekommen. Und das in einer Sechzig – bis – Neunzig – Stunden – Woche.

Das Zimmer gefällt Karinka. Gita hatte es etwas weiblich eingerichtet. Etela findet es kitschig. Etela ist etwas maskulin. Sie trägt recht kurzes Haar. Röcke und Kleider sind bei ihr nicht zu finden. Sie sagt, ihr wäre das zu teuer. Absatzschuhe? Fehlanzeige. Etela trägt Sportschuhe und Jeans.

„Willst du duschen und dich ausruhen?“

„Gerne nach dieser Fahrt.“

Etela zeigt ihr die Toilette samt Duschecke.

„Hier muss etwas geputzt werden.“

„Ich kann das nicht so besonders. Das hat Gita immer getan.“

„Als was arbeitest du hier?“

„Als Kellnerin. Manchmal helfe ich in der Rezeption.“

„Du hast wohl Sekretärin gelernt?“

„Meine Sprachkenntnisse reichen hier dafür nicht.“

„Aber Englisch hast du doch gelernt.“

„Ich kann auch Französisch. Nur mit der Sprache hapert es etwas.“