Ich bin gerade beim Redigieren des 3. Teils von Der Saisonkoch – Wintersaison – das ist ein Auszug

Ich stelle ihnen imemr jene Auszüge rein, bei denen ich gerade bin.

Ich nehme mir vor, abends ein Rippele zu kosten. Zumindest da möchte ich wissen, ob sie auch schmecken. Deutsches Fleisch esse ich sonst nicht. Schon gar nicht das von unseren Besatzern. Sie müssten uns DDR – Bürgern das eh ein Leben lang schenken. Bei dem, was die uns geklaut haben.

Nach dem Aufwecken fahre ich sofort zu Gunda. Abends rechnen wir mit etwas mehr Kundschaft. Es gibt Einiges vorzubereiten. Bei meiner Ankunft steht schon der Parkplatz voll. Mir schwant Schlimmes. Sollte etwa eine Gesellschaft da sein, von der mir Gunda nichts gesagt hat? Mal sehen.

Ich gehe nicht durchs Restaurant in die Küche, sondern den Personalschleichweg. Der führt an der Toilette vorbei. Und die riecht etwas unangenehm. Man feiert ausgelassen. In der Küche steht schon Jemand. Eine junge Frau. Dora. Sie stellt sich mit dem Namen vor.

„Ich helfe freitags immer etwas.“

Wahrscheinlich muss ich freitags nicht abspülen. Das klingt fast wie eine Erleichterung. Wenn sie sich wirklich auskennt hier, ist es eine.

Die Röstkartoffeln hat sie schon geschnitten. Ich vermenge sie gleich mit Zwiebelöl und Gewürzen. Die Mischung gebe ich in zwei Gastronorm und schiebe sie in den Dämpfer bei zweihundertdreißig Grad. Eier hat mir Dora schon bereits gestellt. Den Salat auch. Ich frage sie, ob das reicht. Sie nickt.

Gunda kommt in die Küche und stellt mir Dora vor. Familie. Alles bestens. Mehr muss ich nicht wissen bei meinem kurzen Einsatz hier.

Entgegen den Erwartungen, bleibt das Abendgeschäft relativ ruhig. Mit einem Unterschied. Ich verkaufe heute das erste Mal einen Rostbraten. Ein Rumpsteak mit dem Namen. Als Koch würde ich so Etwas niemals in einem Restaurant bestellen. Es sei denn, für meine Gäste. Für den Preis einer Portion bekomme ich ein Kilo im Laden. Und genau dieses Kilo, würde ich nur mit meiner Joana verdrücken. Wir kommen heute Abend nicht ins Schwimmen. Alles bleibt gemütlich, obwohl wir sechzig Portionen verkaufen. Dora lobt meine Ruhe und Besonnenheit.

Gegen Zehn sind wir fertig. Die Küche ist zu Zweit schnell geputzt. Gunda bringt mir einen Kaffee und wir verabreden uns auf morgen.

Freitagabend ist auf der Algunder Straße recht viel los. Fast wie werktags gegen Mittag. Ich muss mich etwas in Acht nehmen. Die Jugend fährt ziemlich übermütig. Und nicht nur die. Man hat den Hang, unbedingt ein Rennen zu veranstalten. Sobald ich zum Überholen ansetze, gibt der Fahrer des trödelnden Fahrzeuges, das ich überholen möchte, plötzlich Gas. Nicht nur Einer. Die Krankheit ist weit verbreitet. Ich frag mich, ob die schon fertig sind, ihre Raten zu bezahlen. Bei der Feierlaune. Naja. Vielleicht hat ihnen der Papa ein Auto geschenkt. So fahren auf alle Fälle keine Jugendlichen, die sich ihr Auto selbst verdienen mussten.

Zu Hause angekommen, überlege ich, ob ich noch zu Joana hoch fahre. Freitags scheint mir das zu riskant. Ich rufe Joana an. Sie rät mir ab, sagt aber nicht, Nein.

Ich ziehe mich um und fahre. Irgendwie brauche ich das. Bis Schlanders geht das auch recht flüssig. Außerhalb Schlanders ist reger Verkehr. Ich schätze, irgendwo sind Discos oder Tanzlokale. Anders kann ich mir den Verkehr nicht erklären. Die Autos sitzen alle voll mit Jugendlichen.

Ab Spondinig ist etwas mehr Ruhe. Gelegentlich kommt ein Gegenverkehr. Nach Mals wird es aber wieder lebhaft. Mich überholen laufend einheimische Jugendliche. Man setzt auf getunte Fahrzeuge mit den üblichen Fuchsschwänzen und Schleifchen an den Antennen.

In Nauders angekommen, stelle ich auch dort einen regen Verkehr fest. Der Ort ist voller Spaziergänger und Touristen. Wahrscheinlich ist Anreise angesagt. Alfred jedenfalls, steht noch an der Rezeption. Und die wird rege belagert. Alfred winkt nur. Zu Marco schaue ich ganz kurz rein. Er schwimmt. Dursun hilft ihm.

Joana schläft schon. Es ist weit nach Elf. In knapp fünf Stunden steht Joana wieder auf. Joana hat mir ein Schnitzel in eine Semmel auf den Tisch gelegt. Das ist mein Tagesessen vor dem Schlafengehen.