Gelika – Der Einzug

Slavo fährt los. Der Abschied soll nicht all zu lange dauern. Schon in den kommenden drei Tagen wird er die neue Tour übernehmen. Alle freuen sich. Waltraut und die anderen Familienmitglieder versprechen, die Beiden zu besuchen.

Hannes verabschiedet sich mit Gelika. Beide fahren los in Richtung Reschen. Hannes verschaltet sich schon wieder. Dieses Mal schaut er Gelika an. Aber Gelika folgt der Straße. Sie lässt sich nicht stören. „Vorsicht!“, ruft sie. Hannes hat seine Hand blitzartig an den Lenker gelegt. Hannes spürt, Gelika mag das nicht.

„Wenn ich ehrlich sein soll. Angelika und ich – wir haben keinen Sex mehr. Das bringt mich etwas in Not.“

„Ich habe das schon gemerkt. Mit der Hand kann ich etwas helfen. Ich bin dir auch zu Dank verpflichtet.“

Hannes ist ziemlich überrascht von dem direkten Angebot. Er streichelt mit einer Hand Gelikas Kopf. Er streichelt auch etwas den Nacken Gelikas.

Gelika staunt etwas. Ihre Fahrt zum Reschen ist in Südtirol zu der Zeit, eine ziemliche Anstrengung. Allein der Verkehr in Bozen Süd schockiert sie. „Ist hier immer so viel Betrieb?“

„Nein. Nur zu den Werkszeiten.“

„Wie weit ist es noch bis zum Reschen?“

„Etwa hundert Kilometer.“

„Können wir eine kleine Rast einlegen?“

„Gerne.“

Nach der Rast, fahren die Zwei auf der MEBO nach Algund. Gelika ist von der Landschaft beeindruckt.

„Hier ist es so schön wie bei uns zu Hause.“

„Das muss ich mir auch mal ansehen.“

„Gerne. Wenn wir fertig sind, kannst du gern bei uns vorbei kommen.“

„Ihr baut wohl noch?“

„Nein. Wir müssen nur für unsere Tiere sparen. Wir haben die Genossenschaft verlassen. Die bezahlen nicht genug für unsere Erzeugnisse.“

„Das ist nur vorübergehend. Bei uns war das auch so.“

„Ja. Aber wir haben dann die Wahl.“

„Das wird ein schwerer Weg.“

Nach zwei Stunden sind sie am Reschensee angekommen.

„Wir müssen auf die andere Seite.“

Die Straße wird erheblich schmaler. Sie ist kaum noch befestigt.

„Wir sind da.“

Das Panorama ist überwältigend.

„Im Winter ist hier reichlich Betrieb. Im Hochsommer auch.“

„Aber Slavo kommt hier mit dem LKW nicht hin.“

„Schon. Ein paar Meter von hier sind Parkplätze.“

„Dann ist es sehr gut hier.“

Hannes schließt die Tür auf. Es riecht noch etwas muffig. Gelika öffnet alle Fenster und Türen. Die Luft wirkt fast berauschend.

„Hier gefällt es mir.“

„Wir schauen mal, ob du hier heizen kannst. Um die Jahreszeit kann es hier nachts ziemlich frisch werden.“

Holz ist genug eingelagert.

„Deine Nachbarn werden dir helfen, wenn du Sorgen hast.“

Fernseher ist keiner in der Hütte. Gelika hat ihren Laptop. Mit dem hat sie auch Filme und Musik. Das Handy hilft auch. Der Strom ist aktiviert. Licht brennt. Eine elektrische Heizung steht im Zimmer. Die Küche ist zwar klein. Es fehlt nichts Gelika ist zufrieden.

„Das gefällt mir. Hier bleibe ich.“

„Manchmal wird Tom mit seinen Freunden kommen. Dafür habt ihr noch extra Zimmer. Die sind im Nebengelass. Wir kommen sicher auch gelegentlich zu Besuch. Vor allem, wenn du allein bist.“

Die Anspielung hat Gelika gleich begriffen.

„Wo soll ich mich vorstellen? Hat Angelika schon einen Betrieb gefunden?“

„Sie wird dich anrufen. Oder ich.“

Gelika geht ins Bad. Eine Dusche steht neben der Toilette. Mehr braucht sie nicht. Der Spiegel ist in die Wand eingelassen. Die Wand ist später eingebaut worden. Hinter dem Spiegel ist ein recht brauchbarer Schrank verborgen.

„Soll ich die erste Nacht mit hier bleiben?“

„Lieber nicht. Das gibt bestimmt Gerede bei euch zu Hause. Aber die versprochene Hilfe kann ich dir geben.“

Gelika zieht sich bis auf die Unterwäsche aus. Das zeigt Wirkung in der Hose Hose von Hannes.

„Dein Handsex. Mehr gibt es nicht von mir. Ich bin verheiratet.“

Hannes setzt sich hin und Gelika tut das Versprochene. Sie bekommt ein Küsschen dafür.

Den Transport hat sie sich gespart damit. Hannes verlangt kein Geld mehr. Er verabschiedet sich. Sein Geschäft wartet, hat er gesagt.

Gelika muss sich jetzt einrichten. Sie ruft Slavo an und schickt ihm per Handy ein paar Fotos.

Slavo ist überglücklich.

„Das kostet keine Miete?“

„Gelegentlich mal einen Handschlag.“

Slavo versteht, was damit gemeint ist.

„Versuche bitte, nicht mehr zu bieten.“

„Versprochen.“

Beide geben sich akustische Küsschen.

„Bis morgen Abend. Da komme ich das erste Mal zu dir.“

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