Bringeschuld

https://www.tageszeitung.it/2023/01/13/das-schlaegt-dem-fass/

„Vier der fünf Plakate zeigen Personen weißer Hautfarbe, die angeblich rassistisch handeln. Dies ist eine offenkundige Diskriminierung, die zudem noch vom Land mitfinanziert wurde. Diese Aktion trägt rein gar nichts dazu bei, dass sich Migranten integrieren, die eine Bringschuld dem Gastgeber- oder Aufnahmeland gegenüber haben“, unterstreicht Ulli Mair.

Die Frau Mair, ich kenne die Familie und habe dort gearbeitet, unterliegt einer gewissen Täuschung. „Bringeschuld“. Auch sonst sind die Aussagen ziemlich grenzwertig. Seien wir ehrlich: Die Gastronomie in der jetzigen Form haben Migranten aufgebaut, sonst Keiner. Und schon gar kein Südtiroler.

Das zweifelsfrei gute Argument mit der Südtiroler Bevölkerung, wird mit einem Wort, ins Gegenteil verkehrt. Und das ist wohl auch das Prinzip genau dieser Partei. Bei der Familie Mair arbeiten Migranten. Sie sind keinesfalls zu Dank verpflichtet. Im Gegenteil. Ein Unternehmer hat seinen Arbeitern zu danken, dass er von ihrer Leistung lebt. Es spielt erst mal keine Rolle, woher der Arbeiter kommt. Unter dem Begriff – Dankbarkeit, wird eben gerade Rassismus oder Ausbeutung versteckt. Ich mag jetzt nicht die Position von Vereinen annehmen, welche rein kapitalistische Vereine sind und nicht die Klassenfrage stellen. Rassismus kann man Südtirolern jedenfalls so nicht vorwerfen. Rassismus ist ein Bestandteil der Ausbeutung. Er wird bis zum Endstadium des Kapitalismus in Form von Faschismus, still gepflegt und selten lauthals bekundet. Schließlich lebt man gut von den Migranten. Migranten sind übrigens das Produkt jener Nationen, die andere Länder mit Plünderung, Massenmord und Krieg belegen. Und da sind sowohl die Herren der Deutschen, der NATO, der Italiener als auch anderer gewissenlosen Strukturen Schuld. In dem Sinne, dürfen sich die Beklager des Migrantentums, erst mal bei ihren Herrschaften bedanken. Die provozieren mit ihren Handlungen – Migration. Sie möchten eine Gesellschaft entzweien. Und wer sich streitet, hat eben wenig Zeit, die wahren Ausbeuter zu stürzen.

Ein nationales Bewusstsein, ist jedenfalls kein Rassismus. Es ist der Stolz auf seine Leistung. Betrachte ich unsere soziale Struktur, angefangen bei diversen Posten und Scheinposten, sehe ich keinen Grund, irgendwie – übermäßig stolz zu sein. Es gibt zu viele Stellen, in denen das Eigentum der Bevölkerung schlicht geklaut wird. Und dazu zählt auch das Landesparlament. Politik von und für das Volk, geht jedenfalls anders als hin und wieder ein Trinkgeld zu verteilen.

Ein Gedanke zu „Bringeschuld“

  1. Dass die die südtiroler Gastronomie nicht von den Südtirolern aufgebaut wurde muss ich hier widersprechen. Bereits vor den ersten Weltkrieg war Meran ein bedeuteter Fremdenverkehrsort. Viele Hotels der damaligen Zeit bestehen heute noch. Das Kurhaus und das Kurmittelhaus bestehen heute noch. Meran hatte Gäste aus ganz Europa. Interessante war das der Winter die Hauptsaison war. Es wurde als Südbalkon der k.und k.. Monarchie bezeichnet. Nach dem 2.Weltkrieg begann der erneute Aufschwung, hauptsächlich durch deutsche Gäste. Bis in den neunziger Jahren wurde dies ohne nennenswerten Gastarbeiter bewältigt. Erst nach dem Zusammenbruch des Kommunismus und die Öffnung der Grenzen des Ostblocks kamen die ersten Gastarbeiter, die mit der weiteren Zunahme des Fremdenverkehrs unentbehrlich wurden. Durch die Angleichung der Löhne und Preise auch in ihren Heimatland sind die Menschen aus dem Osten fast vollständig ausgeblieben. Durch die Globalisierung arbeiten heute hauptsächlich Inder und Pakistani in der Gastronomie. Doch während vor 20 Jahren ein 13 Stundentag noch normal war sind heute geregelte Arbeitszeiten und 5 Tagewoche in vielen Betrieben bereits Standard. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es ein noch mehr an Tourismus nicht mehr geben kann. Die Zumutung für Verkehr, Umwelt, Natur und Bevölkerung sind erreicht.

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