Begraben im Weiher

Der neue Verdacht

Am Morgen nimmt sich Toni vor, zuerst bei Markus vorbei zu schauen. Danach möchte er wieder die Hoteliers besuchen. Er fragt sich, ob er nach diesem Besuch noch mit freier Kost beglückt wird. Zweifel schleichen sich ein.

Markus empfängt ihn sehr freundlich. Sein Kaffee ist gratis. Christoph und Helene sind nicht da. Ein paar Stammkunden aus dem Ort sitzen bei ihm. Sie watteln in einer kleinen Runde. Sie sind ziemlich laut dabei. Toni kommt das gelegen. Er möchte sich Zuhörer ersparen. Seine Ermittlungen werden sonst zu schnell zum Ortsgespräch.

Markus führt Toni in die Küche. In der Küche befindet sich die übliche Sitzgarnitur. Nach Kaffee fragt er Toni nicht erst. Er bringt gleich eine große Tasse mit.

„Markus. Ich möchte eigentlich nur wissen, ob du Iva heiraten wolltest.“

„Um Gottes Willen. Nie!“

„Wolltest du mit ihr das Restaurant betreiben?“

„Ich wollte sie gern als Angestellte.“

„Hat sie dir das zugesagt?“

„Wir waren uns einig. Sie hätte das zu gern bei uns getan.“

„Hatte sie denn Erfahrung als Bedienung?“

„Das hat sie mir gesagt.“

„Hat sie auch gesagt, wo sie schon als Bedienung gearbeitet hat?“

„Sie hat in den Hotels mit abgetragen.“

„Du meinst, zusätzlich zu ihrer Arbeit als Zimmermädchen?“

„Ja. Die Zimmermädchen müssen abends, abwechselnd, beim Servieren des Menüs mit helfen.“

„Hat sie darüber mit dir gesprochen?“

„Beim Abtragen bekam sie die meisten Angebote.“

„Gab es Konkurrenten wegen der Anstellung bei dir?“

„Schon. Ihr Fleiß und ihr Wesen hat sich herum gesprochen.“

„Hast du ihr mehr geboten?“

„Nein. Sie wollte nicht in den angeblich feinen Betrieben dienen. Sie wollte unter Menschen sein.“

„Hast du mit ihr bei Doris getanzt?“

„Das weißt du schon?“

„Ja.“

„Sicher vom Eintänzer.“

„Ja.“

„Wir haben uns regelmäßig bei Doris getroffen. Auch die anderen Jungs.“

„Gab es Sex?“

„Hin und wieder. Sie wollten aber Geld. Wir wollten aber nicht bezahlen.“

„Habt ihr den mit allen Frauen gehabt?“

„Sicher. Ich weiß es nicht genau.“

„Habt ihr in der Gruppe nicht darüber gesprochen?“

„Selten. Die Frauen waren uns zu teuer. Hin und wieder gab es einen Tipp für eine Gratisnummer. Die haben wir eben mit genommen.“

Die Zwei unterhalten sich noch knapp zwei Stunden. Toni bekommt langsam Druck. Er möchte in die Hotels.

„Sag mir mal die Namen deiner Freunde.“

Markus zählt auf. Toni notiert sich die Namen.

Zuerst fährt Toni natürlich ins Hotel Auge. Er möchte auch gleich Danka und Lenka treffen. Kaum ist er da, wird er wie immer von Paul begrüßt. Paul hat die Lederhosen an.

„Heute ist wohl Heimatabend?“

„Wir haben heute Bauernbuffet“, antwortet Paul.

Auf die Frage nach Danka und Lenka, antwortet Paul etwas zurück haltend.

„Alle Mädchen sind Oben.“

Mit Oben meint Paul sicher das Zimmer von Danka.

Toni klopft am Zimmer. Es dauert etwas, bis eine Antwort kommt und sich die Tür öffnet. Die Frauen machen sich gerade zurecht. Im Zimmer riecht es wie auf einem orientalischen Basar. Das Bett liegt voller Unterwäsche.

„Habt ihr die neuen Uniformen anprobiert?“

Die Frauen lachen. Zurecht gemacht, sind sie alle sehr schön.

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