Begraben im Weiher

Toni geht es davon aus, die Zwei waren sicher gut angetrunken und haben schon doppelt gesehen. Wobei er schon auch mit einem Großauftritt der Genossenschaft gerechnet hat.

Er erinnert sich gerade an seinen Fall im Schnalstal. Der Leblose im Stausee vom Schnalstal war in einen ähnlichen Konflikt geraten. Er erinnert sich an die falsche Spur, die er damals verfolgte. So scheint sich das hier auch darzustellen. Es gibt zu viele Verdächtige.

Monika hat Toni von allen involvierten Personen ein Foto ausgedruckt. Jetzt kann Toni die jeweiligen Zeugen mit den Fotos befragen. Er sieht darin einen Vorteil. Monika und Toni sind der festen Überzeugung, mit den Fotos eine feste Spur zu finden. Toni bedankt sich bei Monika für die Arbeit.

„Ich habe das Wasser schon angesteckt“, sagt Moni.

Toni ahnt, was das bedeutet. Bei dem Kino von heute, wird ihm die Kür recht viel Spaß bereiten.

Am Morgen berichtet Monika von den neuen Erkenntnissen. Marco hat recht viel geschickt. Vernehmungsprotokolle. Er hat wichtige Passagen markiert.

Daraus geht hervor, die Mädchen haben tatsächlich koordiniert gehandelt. Sibyla und Darka haben das gesteuert. Marco berichtet auch, sie haben die anderen Familien der Zimmermädchen eingeladen. Ein paar sind schon eingetroffen. Als Vorwand hat Marco die Trauerfeier genannt. Die Familien sind eingeladen, zusammen mit den Carabinieri den Fundort am Weiher zu besuchen. Man möchte die Trauerfeier genau dort abhalten.

An der Tür von Tonis Hütte klopft es. Das Frühstück hängt an der Türklinke. Toni versucht ganz schnell, heraus zu bekommen, wer das dahin gehängt hat.

Zum erstem Mal sieht er es. Es ist Herbert, der Eintänzer. Er holt die Milch der Bauern ab für die Algunder Molkerei. Dort ist er Fahrer. Im Beutel befindet sich sowohl frische Sahne, Butter und Milch, auch etwas Käse aus Algund. Die Vinschgerlen sind wie immer frisch. Auch das Weißbrot. Zwei Kaminwurzen stecken mit drinnen. Namenlos. Toni schätzt, die sind von einem Bauern in Heimarbeit gemacht worden.

Toni wundert sich. Herbert ist mit dem Molkereiauto auf dem Aschbach. Normal schicken die Bauern die Milch mit der Seilbahn nach Unten. Wahrscheinlich braucht einer Ersatzteile für die Melkanlage. Die werden von der Molkerei mit betreut. Herbert winkt und zeigt auf den Beutel. Er hat einen Zettel mit rein gelegt.

Toni bringt Alles zu Monika. Den Zettel findet sie zuerst.

Der Zettel ist von Herbert. Er kommt heute Abend zu Toni auf die Hütte.

„Eine Selbsteinladung“, sagt Monika. „Was koche ich ihm?“

„Wir werden ihm etwas Fleisch grillen. Gegrillten Käse hat er sicher genug gegessen.“

„Das mit dem Käse, ist kein schlechter Einfall.“

„Du kannst uns mal etwas Fleisch holen bei dir zu Hause. Sag Lukas und Frieda einen schönen Gruß.“

„Du musst doch heute nicht raus. Wir fahren zusammen.“

„Ein sehr guter Einfall.“

Sie fahren gleich los. Mit ihrem chinesischen Elektroquad. Monika hat es fein geputzt. Es glänzt.

Kaum sind sie bei Lukas und Frieda, kommen den Zweien die Haustiere der Familie entgegen. Der Esel Karol wiehert laut. Lukas hat frisches Schweinefleisch da. Er hat zwei kleinere Schweine geschlachtet. Die Keulen hängen schon zum Trocknen aus.

„Das gibt vier sehr schöne Schinken“, sagt er.

„Ist auch ein halber Schinken für mich dabei?“

„Nur für dich, meine Liebe.“

„Eigentlich ist doch gar keine Schlachtzeit“, sagt Toni.

„Die Zwei haben sich verletzt. Wir mussten sie schlachten.“

„Hast du die Leber noch?“

„Nein. Die ist schon zu Wurst verarbeitet.“

„Schade.“

„Hier. Du kannst zwei Würste mitnehmen.“

„Das sind doch Gläser.“

„Ich war zu faul, die Därme zu putzen.“

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