Begraben im Weiher

Toni fährt los. Er muss heute wieder zu Sibyla. Monika hat ihm beim Abschied versprochen, sofort anzurufen bei neuen Erkenntnissen.

Zuerst möchte er bei Felix vorbei schauen. Felix muss doch Etwas wissen, denkt er sich. Felix empfängt Toni zwischen den Türen. Er muss auf Arbeit. Als er Toni trifft, ruft er auf seiner Stelle an, er käme heute etwas später. Die Zwei gehen in seine Wohnung. Die ist gut aufgeräumt.

„Hast du eine neue Frau?“

„Ema kommt manchmal vorbei zum Aufräumen.“

„Du hast also gewusst, Ema ist nicht das Opfer.“

„Nein. Erst viel später sagte mir Ema, Iva ist das Opfer.“

„So lange war ich nicht hier?“

„Scheint so.“

„Hast du etwas von der Nebentätigkeit der Zimmermädchen gewusst?“

„Ja.“

„Hast du auch Fotos oder gar Filme davon?“

„Aber sicher. Alle.“

„War da auch Ema und Iva dabei?“

„Das ist auch mit der Grund, warum Ema nicht mehr hier wohnt.“

„Warum hast du mir das verschwiegen?“

„Du hast nicht danach gefragt.“

„Kannst du mir die Filme leihen?“

„Zwei Filme lässt du aber bei mir.“

Die Zwei lachen.

„Du Ferkel“, sagt Toni.

„Wenn Ema kommt, kontrolliert sie, ob die Filme noch da sind. Sie möchte vermeiden, dass Andere sie sehen.“

„Ach so. Das kann ich zwar nicht verstehen. Ema ist doch wunderschön.“

„Zu schön für diese Branche.“

„Lief da etwas mit Minderjährigen?“

„Meines Wissens, nicht. Die Frauen waren alle aus dem Gastgewerbe. Kellnerinnen, Zimmermädchen, Rezeptionistinnen.“

„Das komplette Spektrum?“

„Sogar zwei Köchinnen sind dabei.“

„Was hat Ema so verdient damit?“

„Zu Viel nicht. Aber, es hat geholfen.“

„Damit ist Ema ja die Mitbesitzerin deiner Wohnung.“

„Das ist mal sicher. Ich schätze, sie hat den größten Teil bezahlt.“

„Du solltest dich wieder mit ihr versöhnen.“

„Das habe ich auch vor. Sie ist meine Frau.“

„So schnell kann Unsereins erwachsen werden. Beachte mal Folgendes. Ema hat einen Lohn nach Hause geschickt und euch den Großteil der Wohnung bezahlt.“

„So sehe ich das auch. Ich wusste aber nicht, wie Viel sie nach Hause geschickt hat. Langsam bekomme ich noch viel mehr Respekt für ihre Leistung.“

„Ich muss noch zu Sibyla nach Lana.“

„Sage Sibyla einen schönen Gruß von uns. Sibyla hat das organisiert.“

Also hat Sibyla das Organisatorische getan. Toni notiert sich das. Er dachte zuerst, Danka und Lenka wären die Organisatoren. Die sind praktisch, Werbekräfte von Sibyla. Das Futter reicht für den Besuch in Lana.

Kaum ist Toni im Garten von Sibyla, kommt sie schon gelaufen. Andreas ist schon wieder auf Arbeit. Trotzdem hat Sibyla, Herrenbesuch. Der stellt sich mit Klaus vor. Er klingt bayrisch.

„Das ist Klaus. Er ist Oberkellner bei Mario im Hotel Kurve.“

Toni stellt sich vor und möchte auch gleich wissen, was er hier will.

„Er kommt regelmäßig zur Abrechnung.“

„Das kann er doch überweisen.“

„Überwiesen wird bei uns selten Etwas“, antwortet Klaus.

Toni macht sich seine Gedanken dazu. Das interessiert ihn aber wenig. Marco hätte vielleicht mehr Interesse.

Klaus verschwindet und lässt die Zwei allein.

„Hast du natural abgerechnet?“

„Nein. Klaus hat mich nur überrascht beim Duschen.“

„Ich bin hier wegen der Pornos. Ich habe die in meiner Tasche. Wollen wir uns die gemeinsam anschauen?“

„Die habe ich selbst alle. Wenn uns Andreas erwischt, gibt er dir Hiebe.“

„Davor hätte ich keine Angst. Ich möchte nur wissen, wer die Frauen betreut hat.“

„Ich. Du hast das sicher schon von Anderen erfahren.“

„Arbeiten Danka und Lenka in deinem Auftrag?“

„Nicht nur die.“

„Langsam wird es Zeit, mal Etwas auszupacken.“

„Das glaube ich auch.“

Sibyla erzählt Toni von der Struktur ihres Unternehmens. Sie erhält Prämien. Und die sind nicht zu verachten. Dazu organisiert sie Privatpartien in Hotels und Swingerclubs. Die Hotels sind damit schon mal ihre Puffs. Eigentlich freut das Sibyla. Sie muss keine Räume anmieten. Sie hat keinen Streit mit Behörden. Nur organisatorische Aufgaben.

„Dann bis du ja Zuhälterin.“

„Zuhälter, bitte.“

„So schnell wird auf das weibliche Privileg verzichtet.“

Beide lachen.

„Ich habe Kaffee fertig.“

„Die Pornos dreht ihr in Deutschland?“

„Meist in den Hotels. Wenn du sie anschaust, wirst du einige Hotelzimmer wieder erkennen.“

„Werden die Filme gut gekauft?

„Eigentlich war das mal als Werbematerial geplant. Die Kunden sollten so auf die Modelle aufmerksam gemacht werden.“

„Wie organisiert ihr jetzt die Verteilung?“

„Die Gäste bekommen einen Rabattcode, den sie an der Rezeption vorweisen.“

„An der Nummer seht ihr dann, wer – was – wen will?“

„Genau.“

„Also müssen die Hoteliers davon wissen?“

„Nicht unbedingt. Die Rezeptionisten machen das.“

„Dann hast du ja ein schönes Netzwerk aufgebaut.“

„Ja und? Unsere Familien haben nach 1990 Alles verloren. Wir holen nur unser Eigentum zurück.“

„Deine Mittel sind allemal recht überzeugend.“

„Danke.“

Sibyla zieht gleich ihr Nigliche etwas zurück. Sie hat fast so schöne Schenkel wie Monika. Toni rollt mit den Augen.

„Wie viele Frauen vermittelst du?“

„Etwa zwanzig.“

„Kannst du mir die Namen geben. Ich brauche deren Aussagen.“

„Nicht gerne; aber ich gebe sie dir.“

„Kommen die Mädchen freiwillig zum Film oder braucht es etwas Druck?“

„Das wäre kriminell. Mode, Aussehen, Schmuck und Parfüm sind unsere stillen Partner. Unsere Frauen wollen schön aussehen. Sie werben um einen Mann im Westen.“

„Das ist ja fast wie in der Filmbranche.“

„Ja und? Stehen die Leute etwa vor den Gerichten?“

„Die Wenigsten.“

„Nur, wenn die Frauen auspacken. Dann wird es lustig.“

„Im Grunde kann man den Machern nichts vorwerfen. Die Frauen wollen es so.“

„Genau.“

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