Begraben im Weiher

Wie üblich, nimmt Toni Alles auf. Er überspielt die Aufnahmen auf Monikas Computer. Die soll dann zu Hause suchen, ob sie Etwas findet. Die Methode hat sich als gut erwiesen. Sie hat einen Nachteil. Monika wird so zur Heimarbeiterin. Bekanntlich wird deren Arbeit oft weit unterschätzt und nicht entsprechend gewürdigt.

Jetzt bleibt Toni noch der Weg ins Hotel Gutmut. Das befindet sich nicht weit entfernt vom Wanderhut. Eigentlich nur über eine Kreuzung. Das Gebäude ist ähnlich groß wie der Wanderhut. Es gibt reichlich Personal. Natürlich auch reichlich Zimmermädchen. Und genau die, sucht Toni. Er ruft an dort.

Der Chef geht ans Telefon. Erstellt sich bei der Nachfrage Tonis gleich mit seinem Namen vor; Patrick. Patrick klingt recht jung am Telefon. Wahrscheinlich ist das bereits der Junior des Hotels.

Der Parkplatz des Hotels ist voll belegt. Toni muss gegenüber parken und über die Straße laufen. Die Rezeption des Hotels ist belagert. Kein Platz ist frei. Toni winkt. Keine Reaktion. Er ruft im Foyer, Patrick an. Der kommt aus seinem Büro hinter der Rezeption. Beide lachen über den Telefonanruf aus Not.

„Seit elf Uhr sehe ich das eigene Foyer nicht mehr“, sagt er lachend.

Die Beiden entfernen sich. Das vielsprachige Geschnatter strapaziert ihre Nerven zu gewaltig. Sie verstehen sich nicht.

Das Hotel hat auch ein feines Stübele. Natürlich aus Zirbenholz.

„Ich muss mit deinen Zimmermädchen sprechen. Am besten, mit der Gouvernante.“

„Warum?“

„Ich ermittle im Mord an Iva, dem Zimmermädchen.“

„Ich habe gehört davon. Bist du schon weiter?“

„Ja. Iva wurde mit ihrer Schwester verwechselt. Die heißt Ema. Beide haben bei dir gearbeitet.“

„Na dann, muss ich Brigitte rufen. Die ist auf Etage.“

„Hast du vielleicht Unterlagen zu den Zweien?“

„Da muss ich die Chefin fragen. Die leitet das Büro.“

„Wo ist das Büro?“

„Gleich hinter meinem.“

„Da seht ihr ja den ganzen Tag keine Sonne.“

„Du genügst uns.“

Beide lachen. Bei Patrick wirkt es etwas aufgesetzt.

Toni bemerkt das.

„Gehen wir gleich zusammen hin?“

„Natürlich. Die Damen werden sich freuen.“

Im Büro riecht es etwas verschwitzt.

„Viel Arbeit im Moment“, sagt Toni.

Patrick versteht den Wink.

„Macht mal bitte das Fenster auf“, sagt er zu den Frauen.

„Mich friert aber“, antwortet Laura, die Chefin.

Patrick stellt den Frauen, Toni vor.

„Ich benötige Lohnunterlagen von ihren Zimmermädchen.“

Das Lächeln der Damen verschwindet. Die Freundlichkeit wirkt ab jetzt aufgesetzt. Toni bemerkt das auch.

„Von allen Zimmermädchen? Auch von den Aushilfen?“

„Ja.“

Der Drucker schnattert. Es kommt eine ziemlich lange, schwer zu lesende Liste aus dem Schacht des Druckers.

„Wo finde ich die Namen?“, fragt Toni.

„An dritter Stelle.“

Wie überall, steht Ema auf der Liste. Iva nicht. Dafür findet Toni aber Sibyla, Danka und Lenka.

Brigitte kommt.

„Wir müssen uns kurz in einem ruhigen Raum unterhalten.“

„Gehen wir in unser Stübele“, sagt Patrick.

„Ich muss mit Brigitte allein sprechen“, sagt Toni zu Patrick und Laura.

Jetzt bemerkt Toni eine trotzige Reaktion von Laura.

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