Sommersaison Frühjahr

Joana ist nicht begeistert, als ich ihr das telefonisch mitteile. Konrad wartet im Imbiss der Tankstelle. Wie vermutet, isst er das dritte Stück Strudel. Der ist leider mit Blätterteig hergestellt. An der Unterseite sieht er etwas schliff aus. Blätterteig ist für Strudel ungeeignet. So lange das Jemand frisst, backen wir ihn eben so.

„Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht.“

„Du musst arbeiten?“

„Ja.“

„Und die gute Nachricht?“

„Ich habe Arbeit. Und. Ich kann nach dem Frühstück eine Giro mit dir drehen.“

„Was heißt nach dem Frühstück?“

„Ja, wenn meine Küchenhilfe die Spätaufsteher mit bedient, dann können wir bereits neun Uhr los drehen.“

„Wann musst du zurück sein?“

„Ich mache die Menüs passend. Vier Uhr reicht.“

„Gut. Fahren wir.“

Ich begleite Konrad bis zu seinem Hotel. Federica und Cherno grüßen freundlich. Cherno kommt gleich mit einem doppelten Kaffee.

„Ich muss ab morgen arbeiten. Wecke Konrad bitte so, dass er um Neun bei mir im Eggental ist.“

Wieso muss ich die Touren organisieren. Ich bin auf Arbeit und meine Begleiter haben Urlaub. Ich verstehe manchmal die Welt nicht. Oder verstehe ich sie falsch?

„Da müsste Konrad ja um Sieben wach und nüchtern sein. Da habe ich meine Zweifel.“

„Versuch es. Meine Nummer hast du. Ruf mich an, wenn er los fährt.“

„Ich werde dich anrufen, wenn ich ihn nicht wach bekomme.“

„Das ist vielleicht die beste Lösung.“

Das Gespräch der Kindermädchen ist beendet. Ich trinke den Kaffee und darf mich endlich mal wieder meiner Frau zeigen.

Den Gampen runter steht ein Riesenstau vor einer Ampel. Wir ziehen wieder Mal sechs Meter Fünfzig frischen Belag auf. Jeden Tag sechs Meter und wir haben jeden Tag Stau. Zum Glück kann ich bis an die Ampel fahren. Wie immer, stehen in der Reihe auch Neidhammel. Einer lässt die Scheibe runter und belegt mich. Er hat ein Handy in der Hand und sucht wahrscheinlich eine Umleitung.

„Neben dem Stau fahren ist verboten.“

„Es ist verboten, während der Fahrt am Handy zu spielen“, antworte ich ihm.

„Wir fahren nicht.“

„Wenn sie vor einer Ampel stehen, fahren sie.“

Was soll ich dem Trampel noch sagen. Stehender Verkehr ist Verkehr in Bereitschaft. Und mit dem Handy vorm Gesicht, ist der schon mal nicht bereit.

Für einen Motorradfahrer ist es nun mal besser, vorn an der Ampel zu stehen. Ehe sich die Handygaffer wieder im Verkehr zurecht finden, ist die Ampel eh wieder auf Rot.

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