Begraben im Weiher

„Du bist die ideale Heizung“, sagt Toni zu Monika.

„Du meinst sicher, ich bin die ideale Sauna. In Kürze wirst du gewaltig schwitzen.“

„Oder du!“, antwortet Toni.

„Mach dich nicht lächerlich. Du hast doch gar keine Kraft mehr.“

Toni bekommt sofort gezeigt, was Monika meint. Der frühe Reitunterricht auf Papas Hof zeigt Wirkung.

Das Wasser ist inzwischen warm geworden.

Am Morgen hängen die Brötchen an Tonis Tür.

„Meine Nachbarn wissen sofort, wenn ich da bin.“

„Die Nachbarinnen auch?“

Beide lachen in den Morgen. Toni überspielt alle seine Fotos auf den Computer und auf seine externe Festplatte.

„Die brauchen wir sicher noch“, sagt er zu Moni.

„Ich habe auch genug Fotos geschossen.“

„Gib sie mir.“

Die überspielen die Zwei gleich mit.

Sie fahren gemeinsam mit der Aschbachbahn nach Unten. Unten wartet schon Marco. Doris hat zwar noch nicht geöffnet, aber für Marco hat sie schon den Kaffee gekocht. Ein paar Touristen sehen das und fragen Doris schon Löcher in den Bauch.

„Dem Herrn haben sie aber schon Kaffee gekocht.“

Wahrscheinlich dürfen die Familienmitglieder nicht mal im Garten einen Kaffee trinken.

„Lesen sie bitte unsere Öffnungszeiten.“

Marco schüttelt mit dem Kopf.

„Ich möchte denen ihr Gesicht sehen, wenn ich zwei Stunden vor Amtszeit in deren Büro schreite.“

„Dummheit scheint das Nebenprodukt von Amtsschimmel“, antwortet Toni. Man begrüßt sich herzlich.

„Einen Liter Filterkaffee?“, fragt Doris Toni.

„Der braucht jetzt fast zwei Liter“, antwortet Monika.

„So lange habt ihr ermittelt?“, fragt Doris.

„Jaja. Gemittelt.“

„Brauchst du auch ein Rührei?“, fragt Doris Toni.

„Danke, meine liebe Doris. Wir haben schon gegessen.“

Marco hat alle Daten mit. Es wird interessant. Ema hat sich zwar in Meran angemeldet. Gearbeitet hat sie aber schon in drei Betrieben im Ort.

„Wir müssen die Gründe für den häufigen Wechsel heraus bekommen. Das scheint eine Spur zu sein.“

Monika notiert sich die Betriebe.

„Wir müssen bei Marcos Frau, Veronika nachfragen.“

„Ich habe das schon vorbereitet. Vroni wird uns morgen die Daten bringen.“

„Können wir nicht bei Veronika vorbei schauen?“

„Wenn ihr einen Tag Zeit habt, schon. Die Gewerkschaft rechnet gerade die Steuererklärungen ihrer Mitglieder ab. Die Schlange steht bis in die Lauben.“

„Da steht sicher auch der Sandplatz voll.“

„Das sieht dort aus wie eine Demo.“

„Haben sich schon deutsche Touristen eingereiht?“

„Wie kommst du darauf, Toni?“

„Wenn es irgendwo Etwas gratis gibt, stehen die doch sicher mit in der Schlange.“

Die Drei lachen laut. Doris hat das gehört.

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